Gut gemeint und gut gemacht

Wettbewerb oder ein natürlicher Zwang ist eine starke Triebfeder für Innovation und kann damit einen neuen Wohlstand erzeugen. Diese Form der Innovation ist jedoch extrinsisch gespannt und birgt eine Reihe schädlicher Risiken für Mensch, Gesellschaft, Natur und Wirtschaft. Es ist meine Überzeugung, dass darin auch der feine Unterschied verborgen liegt, wenn es um erfolgreiche oder gescheiterte Entwicklungsvorhaben geht.

Denn eine intrinsisch motivierte Weiterentwicklung durch Befähigung (Capacity Building) und anschließender Freude am Erfolg (New Wealth) hält ein weitaus höheres Potential für nachhaltige Entwicklung durch Innovation bereit.

Erfolgreiche Projekte zur Wohlstandsbildung entspringen der Denke der Zielgruppe und werden durch Entwicklungsdienst befruchtet, zur Blüte und Reife gebracht.

Andere Länder, andere Werte

Besonders in Kulturen, die Wettbewerb im westlichen Verständnis als eher befremdlich oder abstoßend empfinden, oder wo natürliche Zwänge kulturgeschichtlich einfach nicht gegeben waren, ist die Gewichtung auf eine intrinsisch motivierte Weiterentwicklung ein funktionierendes Gegenmodell zur klassischen Armutsbekämpfung.

In den vielfältigen Kulturkreisen der Menschheit sind andere Wertevorstellungen und Grundeinstellungen für das individuelle Handeln maßgeblich. Das hat direkten Einfluss auf das Empfinden von persönlichem Wohlstand und steht im Gegensatz zum westlich geprägten Modell, das stark wettbewerbsgetrieben ist und versucht, den Konkurrenten durch Monopolstreben und Profitmaximierung zu dominieren und für sich selbst immer mehr vom Besten herauszuschlagen.

Von meinem Standpunkt aus ist das einer der Hauptgründe, warum die Milleniumsziele im Agrarsektor auf dem afrikanischen Kontinent bis heute größtenteils verfehlt und im fernöstlichen Kulturkreisen größtenteils erreicht wurden. Die westliche, wohlmeinende Bemutterung ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Es ist nur konsequent, das Ansätze heute neu überdacht und gedacht werden – bestenfalls aus dem betroffenen Kulturkreis heraus.

Welches Modell für mehr Wohlstand bewährt sich?

Leistung entspringt aus beiden Modellen. Diese verhalten sich aber konträr zueinander und es ist meiner Meinung nach eine Vergewaltigung anderer Kulturen, die eigene Denkweise und Wertevorstellung aufzwingen zu wollen. Das Gebot der Freiheit ist hierbei maßgeblich.

Durch die Verwendung bestehender, aus dem jeweiligen Kulturkreis stammender Technologien und Innovationen, findet nicht nur eine wertschätzende und respektvolle Würdigung statt. In aller Regel sind diese Assets sogar deutlich angepasster und funktionstüchtiger, da sie über Jahrhunderte und Jahrtausende in diesen jeweiligen Umwelten entwickelt worden sind.

Sehr wichtige Grundlagen wurden hierfür in den letzten Jahrzehnten in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit geschaffen, die zum Beispiel durch partizipative Methoden das Zepter in die Hände der Menschen vor Ort geben. Die Rolle des Entwicklungshelfers ist dann die eines Verstärkers und Impulsgebers (Facilitator) für eigenständige Innovation.

Nachhaltigkeit aus der Basis

Im besten Fall beauftragt und finanziert das bedürftige Land im Zuge seiner Entwicklung selbst die Beratung, bei Bedarf auch von außen. Wo Grüne Innovationszentren politische Agenden durchsetzen wollen, Private-Public-Partnerships Menschen in bester Kolonialismusmanier in Abhängigkeiten z.B. für Hybridsaatgut zwingen wollen, ist die Arbeit unabhängiger Nichtregierungs-Organisationen mit Nähe zur Graswurzelbewegung wohl die eigentlich nachhaltige Bewegung hin zu neuem Wohlstand.

Damit Projekte und Vorhaben in den jeweiligen Kulturkreisen einen andauernden Impact entfalten können, ist es wichtig, Projekte zur Wohlstandsbildung an die Zielgruppe angepasst zu gestalten. Wie in der Arbeit mit Böden, zählt auch hier, das wir uns mit den Menschen gemein machen, so gut wie wir können. Es gilt Wege zu finden, die die westlich geprägte Vorstellung von neuem Wohlstand mit dem Selbstverständnis von Wohlstand der jeweiligen Kultur zu verknüpfen. Das kulturelle Empfinden der Zielgruppe hat immer Vorrang.

Die sich daraus ergebenden Synergien leisten einen erheblichen Beitrag für neuen Wohlstand und die Entwicklungshilfe per se. An genau dieser Stelle bietet sich für Entwicklungsprojekte das Prinzip der Kunden-Lieferanten-Beziehung an, welches aus dem Qualitätsmanagement nach ISO 9001 stammt.

Mein Angebot umfasst die Projektbegleitung von R&D Projekten und schließt darin die Dienstleistungsbereiche allgemeines Projektmanagement, Qualitätsmanagement nach ISO 9001:2015, Marketing- und Vertriebsbetreuung, Workshops, Schulungen sowie die Produktvalidierung nach wissenschaftlichen Standards mit ein.

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